Fehlersuche an Empfangsanlagen - Heckscheibenantenne

 

Empfangsprobleme  am   fahrzeuginternen   Radio   treten   häufig  nach   Umbauten  oder  nach einer gewissen Zeit von allein auf. Ursachen allgemein, sind generell Veränderungen am Radio/Empfangssystem nach dem Auslieferungszustand des Herstellers wie z.B. mechanische Beschädigungen oder durch Oxidation durch Wassereintritt an bestimmten Stellen.

 

Stehen keine speziellen Hilfsmittel wie Diagnosetester bzw. Antennenmessgeräte und dgl. zur Verfügung, so kann der ein oder andere Fehler auch mit einfachen Mitteln, zumindest eingekreist werden. Nachfolgend werden einige Möglichkeiten einer „einfachen“ Fehlersuche am Kfz-Antennensystem beschrieben. Um präzisere Ergebnisse zu bekommen, ist der Einsatz von professionellen Geräten zu empfehlen.

 

Da der Radio das Empfangssignal verarbeiten muss, sollte zuerst einmal festgestellt werden, ob der Radio selbst ordnungsgemäß arbeitet. Eine einfache Prüfung besteht darin, dass das Radio zuerst ausgebaut werden muss, um die Antennenzuleitung zum Radio zu lösen. Als „Behelfsantenne“ wird nun ein ca. 1m langer Draht (Litze) am Antenneneingang des Radios angeschlossen und das Radio eingeschaltet. Kann jetzt ein Empfang festgestellt werden, ist davon auszugehen, dass das Radio soweit ordnungsgemäß arbeitet.

 

Antennenleitung

 

Somit liegt das Empfangsproblem bereits vor dem „Radio“, also die Antennenzuleitung und dem Antennensystem. Die Antennenleitung kann auf zweierlei Arten überprüft werden. Dazu wird die Antennenleitung vom Antennenverstärker abgeklemmt (am Radio angeschlossen) und an dem mittleren Anschluss des Antennensteckers ein ca. 1m langes Stück Draht angeschlossen (Ersatzantenne).

In vielen Fällen wird über die Antennenleitung eine Versorgungsspannung zum Antennenverstärker übertragen, auch als Fernspeisung bzw. Phantomspeisung bezeichnet. Dabei stellt der Radio über seine Antennenbuchse eine Gleichspannung zur Verfügung. Fehlt diese Spannung, beispielsweise durch Austausch gegen ein anderes Radio (Radio ohne Phantomspeisung) kann der Antennenverstärker sein Arbeit nicht mehr verrichten. Der Empfang wird deutlich schlechter oder fällt komplett aus.

Sollte am Radio keine "Phantomspeise-Möglichkeit" vorhanden sein, kann mit Hilfe eines im Handel erhältlichen Adapters abhilfe geschaffen werden.

 

Ist die Antennenleitung augenscheinlich in Ordnung, sollte jetzt wieder ein Empfang am Radio beobachtet werden. Anhand eines vorher fest eingestellten Senders kann nun die Empfangsqualität (zumindest subjektiv) verglichen werden. Bei dieser Prüfung sollte das Antennenkabel an mehreren Stellen bewegt werden um eventuelle Unterbrechungen festzustellen. Diese äußern sich in der Regel durch ein „Kratzen“ während des Radioempfangs. Diese Unterbrechungen können vielfach im Bereich der Steckverbindungen beobachtet werden.

 

Antennenverstärker

 

Liegt zwischen dem Antennensystem und der Antennenleitung zum Radio ein Antennenverstärker, kann dieser wie folgt überprüft werden. Zunächst sollte die Verbindung (Antennenleitung) zwischen Radio und Antennenverstärker wieder hergestellt werden. Der Antenneneingang (Antenne) am Antennenverstärker wird abgeklemmt und  dafür am Antennenverstärker die „Wurfantenne“ angeklemmt. Am Radio sollte bei intaktem Verstärker jetzt wieder ein Empfang  vorhanden sein. Wenn nicht, ist der Antennenverstärker auf korrekte  Spannungsversorgung zu  überprüfen. Sind die Spannungsversorgung und die Masseverbindungen, bei fehl-endem Empfang, am Verstärker in Ordnung, ist der Antennenverstärker zu erneuern.Wird jetzt die Fahrzeugspezifische Antenne wieder angeklemmt, bei gleichzeitigen absinken des Signalpegels oder Störungen am Radio, ist davon auszugehen, dass der Fehler an der Antenne selbst zu findenist. Oftmals sind es mechanische Beschädigungen oder schadhafte Masseverbindungen hervorgerufen durch Wassereintritt durch beschädigte Dichtungen und dgl. die den Empfangspegel absinken lassen.

 

Antenne in der Heckscheibe

 

Besonders häufig treten diese Probleme bei Antennen auf, die in die Heckscheibe eingearbeitet und mit der Heckscheibenheizung kombiniert sind.

 

"Heckscheibenheizung stört Radioempfang"

"Heckscheibenheizung verursacht Empfangsstörung im Radio"

"Radio stört bei Heckscheibenheizung"

„Bei eingeschalteter Heckscheibenheizung verschwindet oder verschlechtert sich der Radioempfang“

 

Dieses Symptom ist unabhängig von Fahrzeughersteller und an fast  allen Fahrzeugtypen zu finden, die eine heizbare Heckscheibe auch als Antenne einsetzen. Ursache hierfür ist meist die Heckscheibe selbst. Bedingt durch äußere Einflüsse, wie das beschädigen der Heizdrähte und dgl. können haarfeine  Unterbrechungen in den Heizdrähten entstehen. Auch Scheuerstellen zwischen Heckscheibe und Dichtgummi können die Heizdrähte schädigen. Ein  falscher Kleber beim erneuern der Heckscheibe kann als Ursache ebenso in Frage kommen. Der durch die Beschädigung erzeugte Störpegel bei Einschalten der Heckscheibenheizung, überlagert das vorher störungsfrei empfangene  Nutzsignal und "drückt" es regelrecht weg (siehe Abb. re.).

 

Damit entsteht der Eindruck, dass die Antenne selbst einen zu schwachen Empfangspegel liefert oder der Verstärker einen Defekt aufweist. Eine grundsätzliche Prüfung, ob die Heckscheibe oder der nachgeschaltete Antennenverstärker der Störenfried ist, kann mit einer Glühlampe überprüft werden. Dazu wird die heizbare Heckscheibe von der Spannungsversorgung abgeklemmt. Anstelle der Heckscheibenheizung wird jetzt eine Glühlampe (ca. 55W, Zuleitung 2 x ca. 50 cm*) an den Antennenverstärker oder der Spannungsversorgung angeschlossen.

 

Zuerst wird der Radio eingeschaltet (Heckscheibenheizung aus!) und der Empfang beobachtet. Danach wird die heizbare Heckscheibe eingeschaltet und der Empfang am Radio beobachtet. Bleibt der Empfang trotz eingeschalteter Heizung konstant, kann man davon ausgehen, dass der Antennenverstärker in Ordnung ist und die Heckscheibe selbst der Übeltäter ist. Wie oben schon erwähnt ist der Fehler meist in oder an den Heizdrähten selbst zu suchen. Sofern die Heizdrähte zugänglich sind, können diese z.B. mit einem Voltmeter (Ohmmeter) oder mit einer Prüflampe auf „Durchgang“ oder „Unterbrechung“ überprüft werden.

 

Unterbrochene Heizdrähte lassen sich in einigen Fällen, mit im Handel erhältlichen „Leitsilber“ wieder soweit instandsetzen. Dabei wird der Bereich auf beiden Seiten neben dem Heizdraht mit Tesa abgeklebt und die defekte Stelle in der Mitte mit Leitsilber behandelt. Ist eine Reparatur nicht mehr möglich, hilft nur noch das Ersetzen der Heckscheibe selbst.

 

Ursache für Fehler am Antennenverstärker sind meist der Antennenverstärker selbst. Ursache sind  Oxidation, Feuchtigkeitseintritt usw. oder schlechte Masseverbindungen.

 

Externe „Sperrkreise“ und „Filter“ sind in der Regel sehr langlebig, da ihr interner Aufbau nur aus einer Spule und einem Kondensator besteht, die in der Regel eine sehr hohe Lebensdauer besitzen. Dennoch können äußere Einflüsse, durch Feuchtigkeitseintritt die Komponenten schädigen. Die Filter und Sperrkreise kommen deshalb seltener als Ursache für den schlechten Radioempfang bei eingeschalteter HSH (Heckscheibenheizung) in Betracht. Einer genauen Sichtprüfung sollte man diese Bauteile dennoch unterziehen. Sperrkreise sorgen prinzipiell für eine Trennung der Gleichspannung  (Heckscheibenheizung) und der hochfrequenten Spannung die zum Antenneneingang des Radios oder Antennenverstärkers führt.

 

Ein grober Hinweis auf korrekt arbeitende Sperrkreise und Filter liefert auch ein Anklemmen einer Glühlampe* an den Steckeranschluss für die Heckscheibenheizung.  Dabei ist bei eingeschalteter Heizung das Empfangssignal am Radio zu beobachten. Ist das Empfangssignal jetzt in Ordnung, also ohne Störungen, kann davon ausgegangen werden, dass die Sperrkreise in Ordnung sind. Ist der Empfangspegel gestört, kann das ein Indiz für einen nicht korrekt arbeitenden Sperrkreis sein.

 

*Die 50 cm langen Zuleitungen an der Glühlampe dienen als Antennenersatz. Die Lampe selbst sorgt für den notwendigen Stromfluß  und simuliert den Lastzustand.

 

Prinzipiell lassen sich mit den oben genannten Methoden die meisten Systeme auf grundsätzliche Funktion überprüfen.

 

Bei Antennendiversity-Systemen werden mehrere Antennen über das Antennendiversity zum Radio durchgeschaltet. Prinzipiell besteht das „Diversity-Modul“ aus einem Verstärker der mehrere Antenneneingänge besitzt, der je nach Empfangsfeldstärke, die Antenne mit dem größten Signalpegel mithilfe einer internen Steuerung zum Radio durchschaltet.

 

Die einzelnen Komponenten dieser Systeme können meist über einen Diagnosetester ausgelesen werden. Auch in diesem Fall können wertvolle Hinweise mit einer selbst angefertigten „Ersatzantenne“ gewonnen werden, da auch das "Diversity-Modul" diverse Antenneneingänge besitzt.

 

"Ersatzantenne"

 

Alte Steckverbindungen 50 Ohm / 150 Ohm stellen kein Problem für eine kurzzeitige Prüfung mit einer Ersatzantenne (Wurfantenne) dar. Die nur an einem Ende abisolierte Litze kann direkt in die Buchse des Radios eingesteckt werden.

Werden FAKRA-Steckanschlüsse verwendet, muss ein Adapter verwendet werden. Entsprechende Adapter FAKRTA/altes System gibt es im Handel für ein paar Euro zu kaufen. Zu empfehlen ist auch der Eigenbau diverster Adapter (Steckanschluss/Wurfantenne) falls diese Prüfungen häufiger durchgeführt werden.

 

Hinweis!

 

Die in diesem Artikel vorgeschlagenen Methoden der Fehlersuche sollen dem Anwender eine kleine Hilfestellung geben. In Einzelfällen sind Abweichungen, gerade bei sehr aufwändigen und komplexen Systemen, bei der Vorgehensweise der Fehlersuche möglich. Insbesondere dann, wenn bereits Erfahrungswerte bei einem bestimmten Fahrzeugmodell und System schon vorhanden sind.

 

* Artikel wird noch weiter bearbeitet! Fehlendes Bildmaterial nachgeliefert.

 

 

Heckscheibenheizung stört Radioempfang

Heckscheibenheizung verursacht Empfangsstörung im Radio

Radio stört bei Heckscheibenheizung

6.  Heizbare Heckscheibe mit Antennenfunktion

Defekter Antennenverstärker hervorgerufen

durch Feuchtigkeitseintritt.

20-seitige Broschüre Preis 10,80€ (Innland) 12,80€ (Ausland)

Bestellung unter: info@doerfler-elektronik.de

 

Dörfler Elektronik

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